Borussia Dortmund-Hannover 96, 26.02.12

Nach dem phänomenalen Weiterkommen im Europacup stand heute wieder das Tagesgeschäft Bundesliga vor der Tür. Für uns hieß das, dass es zum Spitzenreiter der ersten Liga ging und der Gegner war dabei kein geringerer als die Borussia aus Dortmund.

Mit guter Laune machten wir uns zu einer humanen Zeit auf in die Bierstadt. Mit einem Unentschieden wäre wohl jede/r am heutigen Tage mehr als zufrieden, weil die Dortmunder das letzte Mal in dieser Saison gegen uns im heimischen Niedersachsenstadion verloren haben.

Eine echte Marke, die es also galt zu brechen, aber mal schauen, wie unsere Truppe das Spiel vom Donnerstag weggesteckt hat.

Gegen 16 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof in Dortmund und überall wo man nur hinschaute, liefen die BVB-Kutten in Scharen herum. So viele Bauern auf einmal kannst du auch nur im Ruhrpott sehen. Das ist Fakt!
Natürlich hatten diese auch schon einen schönen Alkoholpegel erreicht, sodass man sich nur noch an den Kopf fassen konnte. Solche Leute tummeln sich aber bei jedem Verein herum. Leider!

Vom Hauptbahnhof ging es dann weiter mit dem Zug zum Westfalenstadion, wo wir ca. 10-20 Minuten hin brauchten.

Dort nun angekommen, begrüßte ich meine drei Freunde, die schon sehnsüchtig auf mich und ihre Tickets warteten.

Kurz gequatscht und dann ging es auch schon durch die Einlasskontrollen, wo man schön zusammen mit den heimischen Kutten durchgehen durfte. Wo gibt es denn so etwas? Wahrscheinlich nur in Dortmund. Unbegreiflich, wie ich finde, aber zum Glück muss ich nicht alles verstehen.

Das Stadion war 10 Minuten vor dem Anpfiff schon gut gefüllt und der Blick auf die Südtribüne mit 25.000 Dortmundfans erschlug mich fast komplett. Ein großartiges Bild!

Als Schiedsrichter Gräfe im ausverkauften Westfalenstadion das Spiel anpfiff, nahm die Borussia sofort das Spiel an sich und dominierte nach Belieben. Unsere Roten konnten sich nur sehr selten in Aktion setzen und für Entlastungsangriffe sorgen.
Das 1:0 zur Halbzeit besorgte der Pole Lewandowski für die Dortmunder, obwohl sie nach den ersten 45 Minuten schon 3:0 hätten führen müssen.

In der zweiten Halbzeit änderte sich anfangs nicht sehr viel am Spielgeschehen, sodass Lewandowski zum zweiten Mal für die Dortmunder einnetzte.

Mit der Einwechslung durch Ya Konan und Rausch wurde das Spiel unserer Mannschaft besser und Didier war es dann auch der per schönem Sonntagsschuss zum Anschlusstreffer traf.

Jetzt wurde das Spiel hitziger und wir waren nah an dem 2:2 dran, aber der Ausgleich wollte nicht fallen.

Den Schlusspunkt in dem Spiel setzte dann Perisic zum 3:1 Sieg für die Borussia. Unsere Serie von 9 unschlagbaren Spielen ist also dadurch dahin und die Borussia feierte ihren 7.Sieg in Folge (Vereinsrekord).

Auf den Rängen spielte sich auch noch so einiges ab. Die Südtribüne rund um The Unity hatte ein paar sehr coole Lieder auf Lager und konnte sich des Öfteren Gehör verschaffen, aber bei so einem Spiel der eigenen Mannschaft muss eigentlich mehr von den Rängen kommen.

Auf der anderen Seite ging bei uns nicht viel. Einzig der Fahneneinsatz wusste zu gefallen. Ansonsten blieben wir über das gesamte Spiel sehr blass und konnten wenn dann nur bei alten Gassenhauern die Massen mitreißen.
Aber das größte Manko bleibt einfach das Liedgut. Manchmal kann ich nur mit dem Kopf schütteln, was wir für Lieder singen. Diese erinnern mich dann meist an die guten alten 90er-Jahre, wo solche Lieder andauernd gesungen wurden und über die Lippen gingen.

Hier gilt es den Hebel anzusetzen, um nicht den Spaß am Singen zu verlieren. Klar, wir singen für unseren geliebten Verein, aber dennoch kann es ruhig kreativer, melodischer und ausdauernder sein. Das ist jedenfalls meine Meinung dazu, aber bekanntlich hat ja jede/r eine andere Vorstellung vom Support.

Club Brugge KV gegen Hannover 96, 23.02.12

In den frühen Morgenstunden machten wir uns mit einer 60-köpfigen Busfraktion auf in Richtung Brügge. Aufgrund der guten Ausgangsposition aus dem Hinspiel rechneten eigentlich so gut wie alle mit dem Weiterkommen ins Achtelfinale, wo der Sieger aus dem Spiel Standard Lüttich gegen Wisla Krakau warten sollte. Bei dem Gegner für die nächste Runde hatte jede/r eine andere Meinung zu.

Auf alle Fälle mussten unsere Roten erstmal das Weiterkommen in die nächste Runde perfekt machen, sodass unser Traum von Europa überhaupt weitergehen kann.

Die Bustour gestaltete sich sehr ereignislos und ging wie im Fluge vorbei, sodass wir nach unzähligen Vororten und Landschaften gegen 9:30 Uhr in Ostende ankamen, wo wir erstmal durch die Stadt tingelten und unsere prachtvollen Farben den Einheimischen präsentierten.

An der Nordsee angekommen, bot sich ein illustres Bild, da diese gerade am Ebben war. Der Mob lief nun durch den aufgeweichten Sand und vor dem Wasser machten alle halt, um ein Mobfoto zu schießen und die heutigen Erinnerungen in Belgien festzuhalten. Unterlegt wurde das Ganze durch den Einsatz von pyrotechnischen Erzeugnissen. Sah gut aus!

Von Ostende ging es nun weiter nach Brügge, wo wir ungefähr gegen 11 Uhr in der Altstadt aufschlugen. Dort waren natürlich schon einige 96er unterwegs und die Altstadt verwandelte sich mit zunehmender Zeit immer mehr in den Vereinsfarben von uns.

Mich plagte mittlerweile schon der Hunger, also gönnte ich mir erstmal die Hauptspezialität der Belgier und das sind nun mal die leckeren Pommes! Die waren wirklich sehr gut, wenn ihr also mal in Belgien sein solltet, gönnt euch diese leckeren Teile!:)

Langsam trudelten nun auch die letzten Hannoverfans ein, sodass wir den angesetzten Marsch um 16 Uhr beginnen konnten und gemeinsam zum Stadion liefen.

Dieser war dann auch sehr beeindruckend mit ca. 1000 Hannoverfans im Nacken. Ansonsten gab es auch noch einige Schmunzler für zwischendurch, da die Reiterstaffel ihre Pferde nicht wirklich unter Kontrolle hatte und die Polizisten das ein oder andere Mal zum Tanz aufgefordert wurden.
Unter lauten Indianerrufen wurden sie dann auch verscheucht und die Reiterstaffel suchte nun das Weite. Arrivederci…höhö!

Als wir am Jan-Breydel-Stadion ankamen, musste man sage und schreibe durch insgesamt 5 Kontrollen eh man endlich im Inneren des Stadions war. Trotz alledem fand ich die Kontrollen im Gegensatz zu deutschen Stadien sehr lasch.

Der Gästeblock war schon gut gefüllt und es waren so gut wie alle aussichtsreichen Bannerplätze vergeben, so positionierten wir uns über den Eingang und befestigten da unseren Banner!

Jetzt ließ ich erstmal alles auf mich wirken und ich muss schon sagen ein echtes Schmuckstück. Mit einem Fassungsvermögen von ca. 29.000 Zuschauern nicht unbedingt groß, aber es hebt sich auf alle Fälle von den neuen modernen Arenen ab.

Zu Spielbeginn gab es eine schöne Choreographie von Ultras Hannover zu sehen, wo vorne eine große 1896 zu sehen war und das Spiegelbild ein “ACAB” ergab. Das Ganze wurde dann durch schwarze, weiße und grüne Folienschals abgerundet. Sah sehr gelungen aus!

Das Stadion war mit 22.000 Zuschauern gefüllt, da der FC Brügge nicht mehr Karten verkaufen wollte. Zudem waren darunter 1.500 Gästefans aus Hannover, die heute einen guten Auftritt haben sollten. Auf der Heimseite ging nicht viel und insgesamt konnte ich sie vielleicht dreimal vernehmen. Die Hooligans der Brügger machten da schon mehr auf sich aufmerksam. Dazu aber später mehr.

Unsere Roten ergriffen sofort die Initiative und erspielten sich die ersten guten Möglichkeiten. Auf dem schwer bespielbaren Acker war Kampfeinsatz und Leidenschaft gefordert, aber das hatte unsere Truppe an diesem Tage alle mal. Ich bin stolz auf euch!

In der 21.Spielminute machte unsere schwarze Perle Diouf nach schöner Vorarbeit von Stindl das 0:1 und die Freude kannte keine Grenzen mehr. Der Gästeblock war komplett am Ausrasten und allen Beteiligten fiel ein Stein vom Herzen als das so wichtige Auswärtstor fiel. Diouf, Diouf, Diouf! Eine kleine Delegation von 96ern musste auf der Tribüne Platz nehmen und freuten sich nach dem Tor für uns natürlich auch riesig. Daraufhin kamen die Hools der gegnerischen Mannschaft nach oben und wollten an unsere Leute ran. Nach einem kurzen Schlagabtausch war auch diese Sache erledigt und unsere Leute kamen in den Gästeblock geströmt. Die Hools fielen dann nur noch mit Hitlergrüßen und sonstigen Gesten auf. Das dann natürlich noch nicht mal jemand aus dem normalen Publikum eingreift, ist mir unbegreiflich! Rassisten haben in den Stadien dieser Welt nichts zu suchen und gehören verbannt aus den Stadien!

Mit zunehmender Spieldauer hätte das Ding schon längst in Sack und Tüten für uns sein können, aber unsere Roten scheiterten das eine oder andere Mal am Schlussmann des FC Brügge. Aber auch auf der Gegenseite ließ sich Zieler nicht lumpen und hielt des Öfteren herausragend.

Auf den Tribünen fing nun das wilde Gestikulieren an und bei jeder Entscheidung gegen die Heimmannschaft stand ein Großteil der Tribünen auf und war gut am Pöbeln. Hat mich so ein wenig an Dresden erinnert!

Naja, schlussendlich blieb es bei dem 1:0 Auswärtssieg von uns und die Mannschaft wurde gebührend gefeiert. Sehr ausdrucksvoll und für jeden Fan des Hannoverschen Sportvereins von 1896 eine bleibende Erinnerung. Vielen Dank, Jungs!:)

Nach dem Spiel ging es wieder ab in die Busse und bei coolen Electrobeats wurde ein wenig gefeiert und gechillt, sodass wir gegen 5 Uhr früh morgens unsere schöne Landeshauptstadt erreichten!

Fazit: Cooler Gästeauftritt, unvergessene Momente und pure Emotionen!

Auf geht’s nach Lüttich!

Hannover 96 gegen Club Brugge KV, 16.02.12

In der Woche vor dem Europacup-Spiel zwischen dem Hannoverschen Sportverein und dem FC Brügge kursierten die wildesten Berichte in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Es war die Rede von 3200 Brügge-Fans (ca. 700 gewaltbereite Fans darunter), die den Weg in Richtung Hannover antreten sollten. Zudem hatte die hannoversche Polizei im Vorfeld des Spiels alle Hotels angeschrieben, ob sich belgische Anhänger dort einquartieren würden, wenn dies der Fall war, forderte die Polizei, die Hotels auf, alle persönlichen Daten der belgischen Hotelbesucher herauszugeben.

Für mich wurde dabei eine weitere Grenze der Diskriminierung gegenüber Fußballfans erreicht. Wie kann es sein, dass alle Fußballfans als Gewalttäter dargestellt werden und unter Generalverdacht stehen?

Hierbei wird eindeutig das Recht auf Freiheit verletzt und der Artikel 2 des Grundgesetzes wird außer Kraft gesetzt.

Wozu werden Gesetze geschaffen, wenn sie eh nur gebrochen werden? Wer eine Antwort dazu weiß, kann sich gerne bei mir melden. Vielen Dank.:)

Das Spiel wurde also von der Polizei als Hochsicherheitsspiel eingestuft und somit war natürlich auch ein Großaufgebot an Beamten im Einsatz um die beiden Fanlager zu trennen.
Nach dem Spiel hieß es dann, dass es zu keinen nennenswerten Vorfällen gekommen sei und das der Plan von der Polizei somit aufging.

Trotz der Unruhen rund um das Spiel war es für uns heute wieder ein ganz besonderer Tag. Zum einen ging es um eine gute Ausgangsposition für das Europapokalrückspiel in Brügge und zum anderen hatten wir schon Wochen vorher mit einer aufwändigen Choreographie begonnen, die nun durch unsere letzten Arbeiten an den übrigen Tagen noch gerade so fertig gestellt werden konnte.
Am Tag vor dem Spiel trafen wir uns alle noch mal im Stadion, um die letzten Vorbereitungen für die Choreographie zu treffen.
Nun war auch die letzte Hürde genommen, sodass einem glorreichen Europapokalabend im Niedersachsenstadion nichts mehr im Wege stand.
Umso näher wir dem Spiel kamen, desto mehr stieg natürlich die Aufregung und Anspannung. Werden wir heute die Choreographie gut über die Bühne bekommen und kann unsere Mannschaft sich am heutigen Tage eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Brügge verschaffen?

Also Fragen über Fragen, die im Vorfeld von uns einfach nicht beantwortet werden konnten. Schade, dass man manchmal nicht doch einfach Hellseher ist und in die Zukunft schauen kann. Nun sei es drum, es geht nicht und gut ist.

Zum Intro gab es wie schon angesprochen eine schöne Folienbahnen-Choreographie in den Farben schwarz, weiß und grün zu sehen. Das Bild wurde dann schlussendlich mit einem Fahnenmeer in unserem Block abgerundet und vor dem Block gab es einen silbernen Schriftzug worauf “Hannover” stand und dem eigens kreierten 96-Motiv von uns zu bestaunen.

Wir waren auf alle Fälle mit dem Gesamtbild zufrieden und bedanken uns natürlich noch mal an dieser Stelle bei allen 96-Fans, die uns bei der Umsetzung geholfen haben.

Dem Europapokalfight stand also nichts mehr im Wege und der Ball rollte nun. Unsere Mannen ergriffen von Beginn an die Initiative und wollten zeigen, wer hier der Herr im Hause ist.

Die ersten Möglichkeiten wurden nun herausgespielt und wir waren frohen Mutes, dass unsere Elf heute als Sieger vom Platz gehen würde.

Der FC Brügge (Tabellenplatz 2 in der belgischen Liga) hatte bis dato nicht viel zu melden und tauchte ganz selten vor dem Tor von Zieler auf.

Nach und nach kamen die Belgier immer besser ins Spiel und es entwickelte sich eine sehr hitzige und engagierte Partie, wo der Schiedsrichter nicht unbedingt mit seinen Karten geizte.

Die Belgier lagen gefühlt bei jedem Zweikampf am Boden und waren an Theatralik kaum zu überbieten.

Unsere Mannschaft ließ sich davon aber nicht beeindrucken und spielte weiter ihr Programm herunter.

Mit 0:0 ging es dann in die Halbzeitpause und unser Team kam unverändert aus der Kabine wieder.

In der 51.Spielminute fiel dann das Tor für den FC Brügge durch Lestienne und der Paukenschlag war perfekt.

Unsere Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht beirren und setzte weiter Akzente nach vorne, sodass sich weitere gute Chancen ergaben und somit zwangsläufig irgendwann das Tor fallen sollte.

In der 68.Spielminute kam dann Sobiech für Pinto in die Partie und der Pole sollte sich gleich gut ins Spiel einfinden.

5 Minuten später stocherte unser Sobiech den Ball ins Tor und alle waren am kollektiven Ausrasten. Endlich wurde der unbedingt Sieges- und Kampfwille der Mannschaft belohnt.

Jetzt war nur noch 96 am Drücker und in der 80.Spielminute sollte auch das 2:1 für uns fallen.

Sobiech wurde dabei im Strafraum gefoult und der Schiedsrichter hatte endlich mal eine richtige Entscheidung für uns gegeben. Zuvor hatte er nämlich uns einen Elfmeter verwehrt und das Tor zum 1:1 Ausgleich nicht gegeben.

Schlaudraff verwandelte den Elfmeter ganz cool per schönem Heber in die Mitte und die Partie war gedreht. Ein absolut geiles Gefühl!

Unsere Mannschaft hatte noch mehr Chancen, aber es sollte beim 2:1 für uns bleiben und so war die gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Brügge perfekt. Hammergeil!

Auf den Rängen ging das Spiel auch ganz klar an uns. Die Fans aus Brügge bevorzugen ja eher den englischen Support , aber das sie so schwach bei uns auftreten, hätte ich nicht für möglich gehalten.
Insgesamt konnten sie sich dreimal Gehör verschaffen, aber das war es auch schon. Mehr als dünne!
Auf unserer Seite war die Stimmung solide und eher mit einem Bundesligaspiel zu vergleichen. Da muss einfach mehr kommen. Wir spielen in Europa, Jungs und Mädels! Seid euch dessen bewusst und rastet aus!
Nächste Woche geht’s nach Brügge und wir fahren mit voller Zuversicht dort hin und wollen in die nächste Runde einziehen. Also auf nach Brügge und die Mannschaft bedingungslos unterstützen!

Union Berlin gegen Dynamo Dresden, 11.02.12

In der Woche vor dem Spiel von Hannover 96 bei Mainz 05 war ich der vollen Überzeugung, dass ich dem Spiel beiwohnen werde. Die Karten lagen bei mir schon auf dem Schreibtisch und ich freute mich schon auf das Auswärtsspiel.
Als ich mich dann über die Fahrplanung nach Mainz bei der DB informierte, wurde mir schwindelig. sage und schreibe 120 Euro wurden für die Hin- und Rückfahrt angeboten. Meine Rabattkarte von 25 Prozent war da wohl ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Über die Preispolitik der DB rege ich mich schon seit gefühlten 3-4 Jahren auf und es ist keine Besserung in Sicht. Aber was will man erwarten, wenn die Deutsche Bahn auf fast allen Nah- und Fernverkehrsstrecken ein Monopol besitzt und somit die Preise variieren kann. Naja, scheiße ist’s, aber ändern kann der kleine Bürger eh nichts daran.
Nach meinem kleinen Exkurs nahm ich also Abstand von meinem Vorhaben nach Mainz zu fahren und machte mir meine Gedanken, ob ich vielleicht am Wochenende wenigstens ein Spiel zu Gesicht bekommen würde.

Aus dem Spielplan der zweiten Liga entnahm ich dann, dass am Samstag die SG Dynamo Dresden beim 1.FC Union Berlin zu Gast ist. Meine Augen fingen schon an zu leuchten und ich hatte Bock auf diesen wahren Ostknaller, aber so schnell wie meine leuchtenden Augen da waren, so schnell waren sie auch wieder weg. Der Gastgeber aus Berlin-Köpenick meldete seit längerer Zeit ausverkauftes Haus, so war es für mich eigentlich unmöglich in den Genuss dieses Spiels zu kommen, aber wie heißt es so schön “die Hoffnung stirbt zuletzt“.
Mein Vater und ich ließen nun unsere Kontakte spielen und fragten bei unseren Kumpels an, ob es noch Karten gibt. Natürlich war das dann nicht der Fall, aber trotz alledem sollte ich gegen 13 Uhr am Stadion erscheinen.

Um 13 Uhr stand ich dann an der besagten Stelle und wurde von den Kumpels meines Vaters durch die Einlasskontrollen gewunken.
Die logische Schlussfolgerung war also, dass ich für das Spiel am heutigen Tage keinen einzigen Cent ausgeben musste. Ich freute mich natürlich ungemein und dachte mir nur so, Hauptsache Fußball. Andere wären froh gewesen, wenn sie jetzt an meiner Stelle gewesen wären und ich möchte auch nicht wissen, was so auf dem Schwarzmarkt für eine Karte geboten wurde. Mir sollte es egal gewesen sein, weil ich letztendlich noch gratis auf der Sitzplatztribüne stand, wo die Karte glaube um die 20 Euro kostet. Gewusst wie, würde ich sagen! :D
Ich positionierte mich gleich in Richtung Gästeblock und war auch nicht unwesentlich von den 1600 Dynamo-Fans entfernt.
Zum Einlaufen der beiden Mannschaften gab es auf der Waldseite eine schöne Choreographie zu bestaunen. Auf dieser war der Berliner Bär mit rot-weißen Fanutensilien zu sehen und drei Löwen, die das Stadtwappen von Dresden symbolisieren sollten. Der Bär hatte dabei schon zwei Löwen zerrissen und den anderen hatte er fest in seiner Mangel. Das ganze wurde noch mit einem schönen Spruch abgerundet, sodass es für mich eine gelungene Aktion ergab. Hut ab!

Schiedsrichter Sippel pfiff nun das Spiel an und der Gästeblock rund um Ultras Dynamo legte einen imposanten Start hin. Eine Mitmachquote von gefühlten 100 Prozent, grandiose Klatscheinlagen und brachiale Gesänge fanden Gehör im weiten Rund der Alten Försterei. Ich war komplett beeindruckt. Als dann noch grün-weißen Fahnen (Farben des Bundeslandes Sachsen) im Gästeblock verteilt und in die Lüfte gehalten wurden, war das Bild perfekt.

Auf der Waldseite begann der Start nicht so gut wie bei den 1600 mitgereisten Sachsen, sodass ich schon sehr enttäuscht war, aber vielleicht lag es auch einfach an der Akustik.

Ach ja, gespielt wurde auch noch. Dresden hatte den besseren Start erwischt und hatte in der 5. und 6.Spielminute die Chance auf die Führung, aber diese misslang den Sachsen. Im weiteren Spielverlauf der ersten Halbzeit erspielte sich Union auch gute Torchancen heraus, aber das Tor wollte einfach nicht fallen. Von Dynamo war nicht mehr viel zu sehen und in der 45.Spielminute sollte Sippel dann auf den Elfmeterpunkt zeigen, was nach meiner Ansicht Grund für Entscheidungsspielraum ließ, da der Ball lediglich an die Hand des Dynamo-Spielers sprang und es keineswegs nach Absicht aussah.
Quiring verwandelte den Elfmeter und so ging es kurz danach auch in die Pause.
Nach der Halbzeit spielten sich die Unioner in einen Rausch und es gelang so gut wie fast alles. In der 59.Spielminute sollte nun Mosquera nach schönem Passspiel zum 2:0 einnetzen. Die Sportgemeinschaft steckte jetzt mehr oder weniger auf und nach vorne ging nichts mehr. So sah es ganz stark nach der Revanche für die Unioner nach der 4:0 Hinspielpleite bei den Sachsen aus.
Danach trug sich dann noch Terrode zweimal in die Torschützenliste ein und die Revanche der Unioner war somit geglückt.

Die Freude der Unioner kannte nun keine Grenzen und durch das Spiel wurde die Stimmung natürlich viel besser, aber so ganz riss mich das auch nicht vom Hocker. Nach einem 3:0 bzw. 4:0 erwarte ich deutlich mehr von der Stimmung, aber wie gesagt, es kann auch der Akustik geschuldet gewesen sein.

Was für mich an diesem Tage sehr bemerkenswert war, dass die Dynamos trotz deutlicher Niederlage immer noch ihre Mannschaft und sich selbst feierten. Immer noch brachial laut so wie es am Anfang auch der Fall gewesen war. So muss es sein, bedingungsloser Kampf und die Mannschaft trotz absehbarer Niederlage nach vorne schreien.

Somit geht der Punkt in Bezug auf die Stimmung ganz deutlich an Dresden.

Fazit: Gutes Spiel, gute Stimmung und Spiele mit Dynamo-Beteiligung sind immer eine Reise wert!

Fußball – Meine Droge

Das letzte Spiel vor der Winterpause ist nun schon wieder drei Wochen her und ich merke, wie sehr mir meine Freunde, der Fußball und das Ausrasten im Stadion fehlen. Ohne diesen Sport und dem ganzen Drumherum ist das Wochenende so trostlos und es gibt nichts woran ich mich erfreuen kann. Die pure Langeweile!
Am Montag hat mich dann der Alltag wieder eingeholt und ich bin völlig frustriert. Es fehlt etwas!

Während der Arbeit schwebe ich in Gedanken und lasse die Hinrunde Revue passieren. So viele schöne Erlebnisse haben sich in mein Gedächtnis gebrannt, sei es das für nie geglaubte Weiterkommen gegen Sevilla oder der 2:1 Auswärtssieg in Kopenhagen. Solche Erlebnisse vergisst man nicht, das kann ich euch sagen.

Fußball ist und bleibt für immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Da kann kommen, was wolle. Es ist wie mit einer Droge, die du einmal genommen hast und die dich nie wieder loslässt. Sie hat dich in den Bann gezogen und genau so geht es mir mit dem “König Fußball”.

Mein Fanatismus und absoluter Enthusiasmus gegenüber diesem Sport ist riesengroß und lässt viele wichtige Dinge auch nebensächlich werden bzw. erscheinen. So kommt es vor, dass der Fußball so gut wie über allem steht, das Freunde dadurch vernachlässigt werden, dass man für die Familie auch nicht wirklich viel Zeit hat und auf Arbeit völlig zerstört ankommt und am liebsten wieder nach Hause möchte.

Schon als kleiner Jungspund war ich vom Fußball besessen und erzählte meinen Eltern immer von der großen Liebe und das ich den Fußball heiraten möchte. Für Mädchen hatte ich mich zu dieser Zeit überhaupt gar nicht interessiert. Alles dreht[e] sich um den Fußball -
damals so wie heute.

Viele erklären mich für verrückt oder gar krank, aber ich stehe dazu, weil es mein Leben ist und es mehr als ein Spiel mit 22 Spielern, einem Ball und einem Spielfeld mit zwei Toren ist. Ja, ich bin zu einem gewissen Teil verrückt und ich stimme den unwissenden Leuten zu. Ihr werdet uns nie verstehen und nie erfahren, was wir denken und fühlen.

Ich bin froh, dass ich diesen Weg beschritten habe und ich bereue nichts, was ich bisher getan habe. Es war die einzig richtige Entscheidung um zu einem gewissen Teil den gesellschaftlichen Zwängen und Problemen zu entkommen.

Beim Fußball habe ich wahre Freunde kennen lernen dürfen, die mich durch dick und dünn begleiten, die das Gleiche wie ich fühlen und mich in meinem Tun und Handeln unterstützen. Sie sind da, wenn ich sie brauche. Jede[r] steht für den anderen ein. Es ist wie eine große Familie. Über die Zeit habe ich also gelernt, was Freundschaft, Zusammenhalt, Leidenschaft und Siegeswille bedeuten. Der Fußball hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und darauf bin ich stolz.

Die Winterpause ist nun fast vorbei und ich merke wieder, dass das Leben einen Sinn hat. Es kribbelt wieder und jeder Arbeitstag, der vorübergeht, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Der Fußball hat mich wieder und mit ihm bin ich gleich viel ausgeglichener. Meine Frustration und die trostlosen Wochenenden sind vorbei. Jetzt heißt es wieder alles geben!

Mein Fußball, du gibst mir soviel und ich bin froh, dass es dich gibt.