Nach dem phänomenalen Weiterkommen im Europacup stand heute wieder das Tagesgeschäft Bundesliga vor der Tür. Für uns hieß das, dass es zum Spitzenreiter der ersten Liga ging und der Gegner war dabei kein geringerer als die Borussia aus Dortmund.
Mit guter Laune machten wir uns zu einer humanen Zeit auf in die Bierstadt. Mit einem Unentschieden wäre wohl jede/r am heutigen Tage mehr als zufrieden, weil die Dortmunder das letzte Mal in dieser Saison gegen uns im heimischen Niedersachsenstadion verloren haben.
Eine echte Marke, die es also galt zu brechen, aber mal schauen, wie unsere Truppe das Spiel vom Donnerstag weggesteckt hat.
Gegen 16 Uhr erreichten wir den Hauptbahnhof in Dortmund und überall wo man nur hinschaute, liefen die BVB-Kutten in Scharen herum. So viele Bauern auf einmal kannst du auch nur im Ruhrpott sehen. Das ist Fakt!
Natürlich hatten diese auch schon einen schönen Alkoholpegel erreicht, sodass man sich nur noch an den Kopf fassen konnte. Solche Leute tummeln sich aber bei jedem Verein herum. Leider!
Vom Hauptbahnhof ging es dann weiter mit dem Zug zum Westfalenstadion, wo wir ca. 10-20 Minuten hin brauchten.
Dort nun angekommen, begrüßte ich meine drei Freunde, die schon sehnsüchtig auf mich und ihre Tickets warteten.
Kurz gequatscht und dann ging es auch schon durch die Einlasskontrollen, wo man schön zusammen mit den heimischen Kutten durchgehen durfte. Wo gibt es denn so etwas? Wahrscheinlich nur in Dortmund. Unbegreiflich, wie ich finde, aber zum Glück muss ich nicht alles verstehen.
Das Stadion war 10 Minuten vor dem Anpfiff schon gut gefüllt und der Blick auf die Südtribüne mit 25.000 Dortmundfans erschlug mich fast komplett. Ein großartiges Bild!
Als Schiedsrichter Gräfe im ausverkauften Westfalenstadion das Spiel anpfiff, nahm die Borussia sofort das Spiel an sich und dominierte nach Belieben. Unsere Roten konnten sich nur sehr selten in Aktion setzen und für Entlastungsangriffe sorgen.
Das 1:0 zur Halbzeit besorgte der Pole Lewandowski für die Dortmunder, obwohl sie nach den ersten 45 Minuten schon 3:0 hätten führen müssen.
In der zweiten Halbzeit änderte sich anfangs nicht sehr viel am Spielgeschehen, sodass Lewandowski zum zweiten Mal für die Dortmunder einnetzte.
Mit der Einwechslung durch Ya Konan und Rausch wurde das Spiel unserer Mannschaft besser und Didier war es dann auch der per schönem Sonntagsschuss zum Anschlusstreffer traf.
Jetzt wurde das Spiel hitziger und wir waren nah an dem 2:2 dran, aber der Ausgleich wollte nicht fallen.
Den Schlusspunkt in dem Spiel setzte dann Perisic zum 3:1 Sieg für die Borussia. Unsere Serie von 9 unschlagbaren Spielen ist also dadurch dahin und die Borussia feierte ihren 7.Sieg in Folge (Vereinsrekord).
Auf den Rängen spielte sich auch noch so einiges ab. Die Südtribüne rund um The Unity hatte ein paar sehr coole Lieder auf Lager und konnte sich des Öfteren Gehör verschaffen, aber bei so einem Spiel der eigenen Mannschaft muss eigentlich mehr von den Rängen kommen.
Auf der anderen Seite ging bei uns nicht viel. Einzig der Fahneneinsatz wusste zu gefallen. Ansonsten blieben wir über das gesamte Spiel sehr blass und konnten wenn dann nur bei alten Gassenhauern die Massen mitreißen.
Aber das größte Manko bleibt einfach das Liedgut. Manchmal kann ich nur mit dem Kopf schütteln, was wir für Lieder singen. Diese erinnern mich dann meist an die guten alten 90er-Jahre, wo solche Lieder andauernd gesungen wurden und über die Lippen gingen.
Hier gilt es den Hebel anzusetzen, um nicht den Spaß am Singen zu verlieren. Klar, wir singen für unseren geliebten Verein, aber dennoch kann es ruhig kreativer, melodischer und ausdauernder sein. Das ist jedenfalls meine Meinung dazu, aber bekanntlich hat ja jede/r eine andere Vorstellung vom Support.



